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Donnerstag, 16. Januar 2014, 20:49

Cross in der Öffentlichkeit

Habe auf das ganz gut gelungene Cyclocross-Spezial in der RennRad 1-2 2014 hin einen Leserbrief geschrieben und prompte Antwort bekommen. Im link ist auch der Leserbrief zu lesen. Ich stell das mal hier ein:

Zitat

Hallo Herr Nohn,

vielen Dank für das dicke Lob. Wie in dem Kommentar angesprochen, finden wir es sehr schade, dass dieser tolle Sport hierzulande leider so ein Schattendasein fristet.

Wer eine gute Idee hat, wie man dies ändern kann und sich dann auch noch so wie Sie engagiert, den unterstützen wir natürlich gerne. Ich habe deshalb Ihre Mail (inklusive Link zu Ihrer Page) auf unsere Homepage gestellt…

http://www.radsport-rennrad.de/race/jede…tive-cyclocross

…und hoffe, dass es irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft (wenigstens ein paar) Cross-Events in Deutschland geben wird, bei denen belgische Verhältnisse herrschen.

Beste Grüße und viel Erfolg mit Ihrer Initiative,

David Binnig
RennRad

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Donnerstag, 16. Januar 2014, 21:25

Ich habe David Binnigs Kommentar (Zusatz zu dem umfangreichen Cross-Special) teilweise abgetippt und hänge den mal hier rein:

Zitat

Kommentar

Querfeld-Allein

Cross ist schnell. Cross ist hart. Cross ist dreckig. Cross ist unsichtbar. Bei deutschen Querfeldeinrennen kämpfen dünn angezogene Menschen gegen die Elemente, gegen Kälte, Schnee, Hagel, Regen, Matsch, gegen sich selbst. Und für sich selbst. Anerkennung von außen ist kaum vorhanden.

Denn keiner sieht ihre Leistung. Keiner sieht diesen Sport. Obwohl er es verdient hätte. Absperrbänder, eine Würstelbude. Betreuer der Fahrer und einige wenige Zuschauer, die, die sich auskennen. So sehen sie aus, Crossrennen in Deutschland.

Im Nachbarland Belgien ist jedes Crossrennen ein Volksfest. Belgien ist Radsportland, Deutschland nicht. In Belgien hat Querfeldein Tradition - in Deutschland ... auch. Rolf Wolfshohl, Klaus-Peter Thaler, Mike Kluge, Hanka Kupfernagel, alle waren sie Weltmeister, deutsche Weltmeister. Und das ist, was das Publikum will: deutsche Helden [...]

Was braucht ein Sport, um beim Fernsehvolk anzukommen? Action, Spannung, Emotionen, deutsche Helden.

Cross hat alles. Es ist, was sich Fernsehmenschen wünschen. Theoretisch. In der Realität ist der deutsche TV-Sport eine Art Monokultur. Da ist der Fußball, erste, zweite, dritte Liga, Championsleague, Europaleague EM und WM und dann lange nichts. Der Radsport findet außerhalb der großen Öffentlichkeit statt. Dem Crosssport fehlt vor allem eines - Präsenz. [...]

In den USA erlebt der Sport seit einigen Jahren einen gewaltigen Boom. Wer ein Rennrad hat, fährt auch Cross. Hobbyfahrer organisieren sich ihre eigenen Rennen. Neben der Strecke gibt es belgische Pommes und Bier. So könnte es vielleicht auch in Deutschland beginnen. Eine Bewegung von unten.

David Binnig

Ich finde, man muss wirklich nach vorne schauen, und der letzte Absatz trifft es auf den Punkt:

Selber was machen!

3

Freitag, 17. Januar 2014, 01:52

Ich wunder mich auch, das sich der Cross-Sport so am Rande bewegt.

Aber wie Tony Martin beweist, ist selbst der Straßenrennsport, Respektive das Zeitfahren immer noch halbwegs uninteressant.
Obwohl Tony mehrmalig hintereinander die WM gewonnen hat.
Und nicht nur die, auch in den großen Rundfahrten fährt er vorn mit bzw. ist er einer der Schnellen.

Es muss sich also in Deutschland der gesamte Radsport wandeln.
Denn sein wir mal ehrlich, das Dopingthema wird auch in Zukunft den Radsport und dessen Promoting behindern.
Das Bewusstsein der deutschen Bevölkerung ist nunmal recht träge und teilweise (siehe Fußball) sehr einfältig.

Solang immer noch "Radsport gleich Betrüger" in den Köpfen der Deutschen rumschwirrt, wird sich auch leider nicht der Cx-Sport zuschauertechnisch nach vorn bewegen.

4

Freitag, 17. Januar 2014, 10:39

Was den Radsport in der deutschen Öffentlichkeit anbelangt, habe ich derzeit auch keine großen Hoffnungen.

Wobei Radsport selbst bei den Sportjournalisten (die etwas Ahnung haben sollten :) ) in den Hintergrund getreten ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Sportler_de…3_(Deutschland) - Tony Martin aber immerhin auf Platz 10.

Aber, wie David Binnig das schon gut gesagt hat: von unten bewegt sich was! Ein Beispiel wäre aktuell der Störtebecker Cup: http://www.stoertebeker-cup.de/informationen/

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arno Illmann« (19. Januar 2014, 02:07)